Spiele-Langzeittest: Cities Skylines

Letzte Woche noch bei „Gammeln am Sonntag“ gibt es heute einen ausführlichen Spieletest zu dem Spiel „Cities Skylines“. Erfahrt hier mehr, warum mich dieses Spiel auch nach Jahren immer noch regelmäßig erfreut.

Als großer Freund von Aufbau- und Managerspielen halte ich regelmäßig Ausschau nach guten Titeln dieser Genres, aber auch ältere Vertreter finden bei ansprechendem Inhalt regelmäßig einen Platz auf meinen Bildschirm. Deswegen möchte ich etwas ausführlicher über Cities Skylines berichten, welches mir trotz 200 Spielstunden nicht langweilig wird.

Doch fangen wir erstmal beim Entwickler „Colossal Order“ an. Ein finnisches Unternehmen welches im Jahre 2009 gegründet wurde, machte seine ersten Schritte mit der Verkehrssimulation „Cities in Motion“. Dieses Spiel kam 2011 auf den Markt und dürfte vor Allem jene Spieler erfreuen, welche sich bis dahin einen legitimen Nachfolger des Spiels „Der Verkehrsgigant“ von dem österreichischen Entwickler und Publisher „JoWood“ gewünscht haben. Zur Entwicklung trugen übrigens auch weitere bekannte Namen bei. So werden „Sim City“-Veteranen etwas mit dem Maxis-Mitgründer „Will Wright“ anfangen können und Freunde der Spiele „Transport Tycoon“ oder „Roller Coaster Tycoon“ etwas mit dem Namen „Chris Sawyer“. Aus dem Hause „JoWood“ hat auch der Produzent und Spieleentwickler „Hans Schilcher“ ebenfalls einen Beitrag geleistet. Mit anderen Worten hier kam eine Menge zusammen.

Mit dem Erfolg von „Cities in Motion“ kam es dann auch zu dem Nachfolger „Cities in Motion 2“ hier kam es erstmals zu der Einbindung eines Tag-Nacht-Zyklus, welcher nicht nur hübsch anzusehen war, sondern auch die Nutzung eines Zeitplans sowie die Beachtung von einer Rush-Hour mit sich brachte. Danach gab es jedoch die Idee eine wesentlich umfassendere Städtebausimulation zu entwickeln. Allerdings hat erst die teils heftige Kritik an dem neuesten Ableger der „Sim City“-Reihe(2013) die gröbsten Zweifel aus dem Weg geräumt und indirekt den Start eingeleitet. Somit erschien zu Beginn des Jahres 2015 „Cities Skylines“.

Das Spiel selbst

Somit konnte es losgehen und auch ich habe es mir direkt zu Release gegönnt. Erstmal ohne DLCs, ohne besondere Funktionen, dafür aber schon mit Mod-Support. Somit trug es sich seit Beginn des Spiels bereits zu, dass die Community viel zum Inhalt beitrug. Bezüglich des Inhalts fiel dabei ein Hauptaugenmerk auf den Verkehr, schließlich hatte man hier schon im Vorfeld Erfahrungen gesammelt und ein gut funktionierendes System aus Individualverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln hatte schon beim ersten „Sim City“ für viele Stunden Arbeit gesorgt. Folgende öffentliche Verkehrsmittel stehen derzeit zur Verfügung:

  • Busse
  • Oberleitungsbusse
  • Straßenbahnen
  • U-Bahnen
  • Züge
  • Fähren
  • Flugzeuge
  • Zeppeline
  • Hubschrauber
  • Monorails
  • Seilbahnen
  • Taxis
Stau: Ein ewiges Thema

Es ist aber nicht nur das Verkehrsmanagement, welches Cities Skylines zu dem Spiel macht, welches sich mehr nach Sim City anfühlt als Sim City selbst. Auch die Aspekte Energie- und Wassermanagement sind entscheidend für die Entwicklung, ebenso Bildung, Müllbeseitigung und noch viele andere Bereiche. Mit anderen Worten, es ist wirklich umfänglich,. Aber dennoch ist es beherrschbar und gut gemacht, weshalb ich der Meinung bin, dass es bisher vielleicht sogar der beste Vertreter seines Genres ist oder zumindest einer davon. Man könnte hier noch eine zeitbezogene Entwicklung ergänzen, die Einbeziehung von kirchlichen Gebäuden oder einen Wechsel der Jahreszeiten mit unterschiedlichen Anforderungen, aber das könnte vielleicht auch die Möglichkeiten der Engine sprengen. Von einer Fortsetzung gibt es übrigens schon eine ganze Weile Gerüchte. Allerdings gibt es dazu noch keine offizielle Bestätigung. Aber es ist zumindest von einem Projekt die Rede.

Den gegenwärtigen Titel könnt ihr übrigens wie ich bereits bei dem Youtube-Artikel erwähnt habe auf nahezu allen gängigen Plattformen kaufen. Auch eine nicht digitale Platin-Version könnt ihr auf Amazon für 20,99€ bekommen. Allerdings gibt es die digitale Variante auf MMOGA mit 13,49€ etwas günstiger. Dort erhaltet ihr neben dem Original-Spiel auch noch die DLCs „After-Dark“, „Snowfall“ und „Mass Transit“. Welche aus meiner Sicht wirklich sinnvolle Ergänzungen zum Spielerlebnis sind. Jetzt aber wirklich zum Spiel selbst.

Man fängt eben erstmal klein an, es gibt einen Autobahnanschluss und von dort beginnt der Spaß. Angefangen mit ein paar Straßen, der ersten Markierungen der Baubereiche, kommen nach und nach mehr Einwohner und Gewerke aus den klassischen Bereichen Wohn-, Gewerbe-, und Industrie- bzw Bürogebiet. Mit zunehmender Einwohnerzahl steigen auch die Anforderungen. So kann man nach und nach Gebäude der Polizei, Feuerwehr, Gesundheit, Müllentsorgung und Bildung bauen, um mal die Wichtigsten genannt zu haben. Das Gestalten von kleinen Parks abseits der Straßen sowie die Idee dabei Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen gehört ebenso dazu. Einzigartige Gebäude, welche einen besonderen Einfluss auf die Stadt oder einfach die direkte Umgebung haben sind auch mit von der Partie, diese sind aus meiner Sicht allerdings eher kleine Boni als wirklich für das Spiel relevant.

Keine Stadt ohne Fußballstadion

Dennoch muss ich sagen, dass die Jahre nicht spurlos an dem Spiel vorbei gegangen sind. Die umfängliche Anzahl an DLCs, welche bisher erschienen sind, haben immer wieder die Möglichkeiten gegeben seine Stadt aufs Neue zu meistern. Dennoch ist die Engine mittlerweile in die Jahre gekommen und kann auch die Leistung moderner PCs gar nicht mehr umsetzen, was besonders bei überdimensioniert großen Städten zu Performance-Problemen führt und die Spielfreude stark mindert. Auch weitere DLCs die sich beispielsweise auf die detaillierte Gestaltung eines Flughafens oder Uni-Campus beziehen, waren eher Mini-Spiele, als dass sie wirklich einen wichtigen Teil zum Städtebau geliefert haben oder es wurde lediglich auf das optische geachtet.

Was auch noch positiv hervorzuheben ist, gab es zu jedem „richtigen“ DLC auch ein entsprechendes Update, welches neue Inhalte geliefert hat. Beispielsweise brachte das erste DLC „After Dark“ auch ohne den direkten Erwerb den Tag-Nacht-Zyklus in das Spiel oder das aktuellste DLC „Plazas & Promenades“(September 2022) neue Gebäude und Straßen. Ich finde es auf jeden Fall sehr beeindruckend, das man auch nach 7 Jahren immer noch eine ordentliche Menge an neuem Inhalt bekommt. Eine Auflistung aller 43 DLCs und deren Inhalt würde jetzt allerdings den Rahmen sprengen. weshalb dazu ein zusätzlicher Artikel nötig wäre.

Der große Mod-Support

Der aber vielleicht wichtigste Part für das Langzeit-Spielerlebnis sind höchstwahrscheinlich die unzähligen Mods. Denn es war damit von Anfang an möglich dem Spiel seine eigene Note zu verleihen. Dabei kann es sich relativ einfach etwa um eine kleine Straßenkreuzung handeln. Es können aber auch Objekte wie Fahrzeuge oder Gebäude sein, die neben einem anderen Design auch in ihren Funktionen geändert werden können, wie etwa ein kleines nicht störendes Häuschen, was dafür aber Unmengen an Strom liefert und kaum Geld kostet, damit man sich um Aspekte wie die Stromleistung und dessen Verteilung keine Gedanken mehr machen muss.

Diese Modifikation sind aber eher kleine Helferlein, so gibt es etwa auch die Möglichkeit die Landschaft während des aktiven Spielens zu bearbeiten, die Nachfrage nach Platz für Wohnungen oder entsprechende Gewerke immer hoch zu haben. Selbst die Verkehrsrouten, welche von den Fahrzeugen genommen werden, um von A nach B zu kommen, können bearbeitet werden. So natürlich auch, ob es sich um eine Ampel-Kreuzung oder eine Vorfahrtsstraße handelt. Auch ein Zusatz, wie etwa die Funktion einer First-Person-Perspektive gehört dazu. Man kann also nahezu an sämtlichen Stellschrauben für das Spiel drehen.

Ein negativer Aspekt ist allerdings der Umstand, dass nach all der Zeit die das Spiel auf dem Markt ist und den damit einhergehenden Updates und Patches auch die Mods teilweise nicht mehr funktionieren, das Spiel zum Absturz bringen oder es gar nicht erst richtig starten will. Das hemmt natürlich den Spielspaß ungemein, wenn die eigene Mega-City, an der man über Monate gefeilt hat und sämtliche Details zur Perfektion trieb, auf einmal gar nicht mehr spielbar ist und einem nur noch die Screenshots bleiben.

Was vom Hype geblieben ist / Fazit

Was mir gefallen hat
Besser als das Original
Mod-Support
sehr umfängliches Spielerlebnis
auch nach Jahren neue Inhalte
sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
große Karten zum Austoben
auch für ältere Geräte geeignet
Was mir nicht gefallen hat
Spiele-Engine wirkt etwas älter
Moderne Hardware wird nicht unterstützt
Probleme mit älteren Mods
Inhalts- und Preispolitik bei DLCs teils fragwürdig
Manche Fehler erst durch Mods behoben

Als kleiner Fan dieses Spiels fällt es mir nicht schwer zu einem positiven Fazit zu kommen. Über 200 Spielstunden, eine Begleitung vom ersten bis zum vielleicht letzten Tag dieses für mich tollen Titels. Es mag eben schon ein paar Jahre alt sein, die eigene Stadt einige hundert Male neu aufgebaut worden sein und auch der Frust durch Spielabstürze aufgekommen sein, aber es kann immer wieder neue Ideen geben oder Gebäude aus dem Workshop, die es einen auch nach Jahren mal wieder „auspacken“ lassen und den Feierabend angenehmer gestalten. Von einem Nachfolger hört man zudem auch immer wieder Gerüchte. Schlussendlich kann ich also sagen, wer das Aufbau-Genre mag der kann sich in dem Spiel verlieren. Zumal es durch sein Alter und den Vertrieb über diverse Key-Reseller auch günstig zu bekommen ist. Ich kann es auch relativ neutral betrachtet auf jeden Fall empfehlen.

Cities: Skylines Platin Edition [PC]
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